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Das waren die Themen und Sprecher 2026


Beim European Publishing präsentieren die besten Medienmacherinnen und Medienmacher Europas ihre Strategien und sprechen über die Zukunft der Branche.

 

Foto: Anna Dittrich/DER SPIEGEL

Case

Die KI-Strategie beim SPIEGEL

Ole Reißmann // Leiter KI beim SPIEGEL-Verlag, Deutschland

Angefangen hat es mit ChatGPT, einem Chatbot. Doch wie kommt man als Verlag hin zu einer Welt, in der KI ganze Prozesse übernehmen kann? Wie damit umgehen, dass KI das Interface zum Computer wird? Der SPIEGEL hat darauf noch nicht alle Antworten, aber erste spannende Ansätze und Beispiele, die Ole Reißmann vorstellen wird. Der Leiter KI erklärt weiters, wie der SPIEGEL-Verlag den Mitarbeitern Vibecoding ermöglicht, beibringt und den heiklen Prozess steuert: Von ersten Experimenten zu echten Anwendungen.

Foto: Julia Herzsprung

Strategie

KI und Organisation: Der Weg zum KI-fähigen Medienhaus

Laura Seiffe // KI Projektmanagerin, ZEIT Verlagsgruppe, Deutschland

Neue Technologien entfalten ihre Wirkung erst, wenn Menschen sie verstehen und nutzen wollen. Bei der ZEIT Verlagsgruppe steht deshalb nicht allein die Technik im Fokus, sondern der Weg dorthin: Wie gelingt es, eine Organisation mitzunehmen, Hürden abzubauen und echte Kompetenz aufzubauen? Die Antwort liegt in einem engen Zusammenspiel aus Strategie, Kommunikation und praxisnahen Formaten. Ob Workshop, Impuls oder Dialog – jedes Angebot zielt darauf ab, KI greifbar zu machen und Raum für Fragen zu schaffen. Laura Seiffe von der ZEIT Verlagsgruppe zeigt, welche Ansätze sich bewährt haben, wo Stolpersteine lagen und was es braucht, damit technologischer Wandel nicht verordnet wird, sondern wächst. Laura Seiffe verantwortet im Business Development der ZEIT Verlagsgruppe das Thema Künstliche Intelligenz. Nach Stationen in der KI-Forschung und der Start-up-Szene begleitet sie seit 2024 den unternehmensweiten Transformationsprozess, der technologische Innovation mit journalistischer Verantwortung und nutzerorientierter Produktentwicklung verbindet. Die KI-Transformation wird bei der ZEIT als kultureller Wandel verstanden, mit Fokus auf Haltung, Transparenz und gemeinsames Lernen.

Foto: Velora Cycling

Case

Vom Workflow zur Plattform: Der Aufbau eines KI-nativen Verlags

Peter Stuart // Gründer und Betreiber von Velora Cycling, Großbritannien

Was passiert, wenn man eine Redaktion von Anfang an rund um KI konzipiert, anstatt diese einfach an bestehende Systeme anzuhängen? Velora Cycling ist eine Fachpublikation, die von zwei Personen – dem ehemaligen Cyclingnews-Redakteur Peter Stuart und dem KI-Spezialisten Danny Bellion – auf einer maßgeschneiderten, vollständig intern entwickelten redaktionellen Infrastruktur betrieben wird. Das System übernimmt die Nachrichtenrecherche aus Hunderten von Quellen, die Verifizierung, die Produktion und die Verbreitung in einem einzigen integrierten Workflow. Was als Experiment zur redaktionellen Automatisierung begann, hat sich zu einer Art Prototyp für eine andere Art von Verlagsbetrieb entwickelt: einem, in dem KI die Schwerstarbeit übernimmt, der Redakteur aber fest am Steuer sitzt.
Das übergeordnete Ziel ist es, Kapazitäten für originären Journalismus freizusetzen – eine Art von Arbeit, die ein Zwei-Personen-Betrieb normalerweise nicht aufrechterhalten könnte –, während gleichzeitig Tools entwickelt werden, um die Qualität und den Umfang der eigenen Arbeit zu verbessern.
Details von Peter Stuart, einer der beiden Gründer und Betreiber von Velora Cycling in Großbritannien.

Foto: Michael Shelford

Strategie

Vom User Needs Model zu KI in multimodalen Content-Strategien

Dmitry Shishkin // Entwickler des User Needs Model für die BBC, Großbritannien

Es reicht nicht mehr aus, die Bedürfnisse der Mediennutzer zu verstehen. Im Jahr 2026 scheitern Medienhäuser nicht, weil ihnen Einblicke fehlen. Es klemmt an anderen Stellen: Formate sind nicht aufeinander abgestimmt, Systeme sind fragmentiert, Teams sprechen unterschiedliche Sprachen. Dmitry Shishkin, der das ursprüngliche User Needs Model bei der BBC eingeführt und es seitdem auf die Bereiche Nachrichten, Reisen und Sport angepasst hat, zeigt, wie eine saubere Datenarchitektur und gemeinsame Taxonomien sowohl die Skalierung als auch den Einsatz von KI in multimodalen Content-Strategien ermöglichen.

Foto: BILD

Case

Hey_: Die Companion-Strategie bei BILD

Daniel Böcking // Head of AI, BILD, Deutschland

Schon 2023 ist Hey_ als KI-Chatbot bei BILD online gegangen. Inzwischen hat Hey_ 220 Millionen Fragen der User beantwortet. Gleichzeitig hat es sich weiterentwickelt hin zu einem echten Begleiter, der den Usern individuelle Orientierung und praktische Unterstützung im News-Umfeld bietet. Hey_ sprengt die Grenzen des klassischen Artikels und bietet durch Interaktion, Dialoge, Services oder Widgets deutlich mehr als bloße Information, nämlich echte, persönliche Begleitung. Daniel Böcking führt aus, warum BILD im KI-Zeitalter auf eine Companion-Strategie setzt, und welche Weichen dafür gestellt werden müssen.

Foto: Privat

Praxis

Der Übergang von statischem Design zu animiertem Design

Marianne Bahl // Bahl Visuel Strategi, Dänemark

Das E-Paper bildet aktuell eine wichtige Brücke zur Online-Welt. Viele Print-Leser wechseln inzwischen zum E-Paper. Auch neue Abos kommen weitgehend über diesen Kanal. Der nächste Schritt, ein reines Online-Angebot, ist bei einigen Medienhäusern bereits in Sichtweite. Beim Design ist diese Entwicklung nur ungenügend begleitet. Bisher beschränken sich Zeitungen bei ihren News-Websites bei der Berichterstattung oft auf ein Bild pro Story und einen sehr langen Text. Marianne Bahl zeigt Alternativen, die in beiden Welten funktionieren: Also wie eine Infografik aussehen muss, wenn sie nicht nur gedruckt sondern auch animiert erscheinen soll. Wie eine Foto-Reportage für Print und für Online aufbereitet werden muss. Wie eine Multimedia-Story in Print und in Online funktionieren kann. Marianne Bahl ist seit vielen Jahren Mitglied der Jury des European Newspaper Awards. Sie betreibt ihr eigenes Studio, Bahl Visuel Strategi, in Kopenhagen, wo sie integrative visuelle Strategien entwickelt. Mit ihrer Erfahrung als Designleiterin bei der Finanzzeitung Børsen und der Frauenzeitschrift ALT for Damerne sowie als Grafikdesignerin bei Politiken, einer großen dänischen Zeitung, hat sie sich auf visuelle Kommunikation, redaktionelles Design und Storytelling spezialisiert.

Foto: ZFK (Karau & Wagner)

European Newspaper of the Year, Special Title: ZFK, Deutschland

Vom Fachmedium zur erfolgreiche digitale Nachrichtenplattform

Carsten Wagner // Geschäftsführer der ZFK, Deutschland
Gordon Karau // Grafiker der ZFK, Deutschland

Wie wird aus einer starken Printmarke eine erfolgreiche digitale Nachrichtenplattform, ohne dabei die Identität zu verlieren? Geschäftsführer Carsten Wagner und Designer Gordon Karau geben Einblicke, wie sie die deutsche Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZFK) strategisch und kulturell weiterentwickelt haben. Anhand konkreter Beispiele zeigen sie, wie journalistische Qualität, Markenprofil und wirtschaftlicher Erfolg konsequent täglich in den digitalen Raum übertragen werden und wie sie zugleich das Printgeschäft gezielt stärken. Darüber erklären die beiden, wie Design als verbindendes Element über alle Kanäle hinweg wirkt und zur Stärkung der Marke beiträgt. Carsten Wagner startete seine berufliche Laufbahn als Wirtschaftsjournalist und später als Sprecher im deutschen Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung. Seit 2019 ist er Geschäftsführer der ZFK. Gordon Karau arbeitete seit Ende der 1990er Jahre bei deutschen und niederländischen Designagenturen und Verlagen. Seit 2021 ist er Grafiker bei der ZFK. Elf Journalisten und ein Designer arbeiten bei dem in Berlin erscheinenden Fachtitel, der sich vorwiegend an Leser im kommunalen Umfeld richtet. Die gedruckte Ausgabe erscheint mit einer Auflage von monatlichen knapp 19.000 Exemplaren. Eine Auswahl der besten Seiten der ZFK finden Sie hier.  

Foto: Privat

Strategie

„Liquid Publisher“ als Modell für das Medienhaus der Zukunft

Marcel Semmler // Chief Product Officer für Global Digital Publishing bei Bauer Media, Deutschland

Das Angebot an Inhalten wird explodieren. Nicht jedoch die menschliche Aufmerksamkeit. Das hat enorme Auswirkungen darauf, wie Medienhäuser künftig Geld verdienen. Marcel Semmler skizziert mit dem „Liquid Publisher“ ein Modell für das Medienhaus der Zukunft. KI wird dabei nicht als Zusatzfunktion betrachtet, sondern als Infrastruktur neu definiert. „Die Zukunft der Medien wird nicht davon bestimmt, wer am schnellsten oder am meisten produziert, sondern wer Inhalte am intelligentesten strukturiert“, sagt Marcel Semmler. Als Chief Product Officer für Global Digital Publishing ist er bei der Bauer Media Group für den Wandel hin zu einer produktorientierten Organisation und einer KI-gesteuerten Content-Plattform verantwortlich.

Foto: Politiken (Berndt & Vendrup)

European Digital Publisher of the Year: Politiken, Dänemark

Das Vorbild für eine erfolgreiche digitale Transformation

Thomas Berndt // Chefnachrichtenredakteur von Politiken, Dänemark
Rasmus Vendrup // Digital- und Konzeptdesigner von Politiken, Dänemark

Thomas Berndt und Rasmus Vendrup zeigen, welche entscheidenden Schritte Politiken gesetzt hat, um die digitale Transformation richtig voranzutreiben. Die Redaktion von Politiken hat es geschafft, einen echten „digital first“-Workflow aufzubauen, Ressourcen von Print zu Digital zu verlagern und die Newsroom Kultur neu zu denken – und dabei weiterhin eine der attraktivsten Printzeitungen der Welt zu produzieren. Thomas Berndt und Rasmus Vendrup zeigen anhand konkreter Beispiele, wie diese Veränderungen das visuelle Storytelling auf ein neues Niveau gehoben haben – sowohl bei großen Leuchtturmprojekten als auch im täglichen Publizieren. Thomas Berndt, 45, ist Chefnachrichtenredakteur und Managing Online Editor bei Politiken. Er verantwortet die Newsroom-Organisation, die tägliche Produktion und alles, was online veröffentlicht wird. Er kam 2009 zu Politiken und gehört seit 2017 zur Chefredaktion. Er war einer der Hauptarchitekten des aktuellen Workflows in der Redaktion, der 2023 eingeführt wurde, um einen konsequent digitalen Arbeitsablauf zu etablieren. Rasmus Vendrup, 37, ist ein preisgekrönter und erfahrener Digital- und Konzeptdesigner und arbeitet seit elf Jahren bei Politiken. Sein Schwerpunkt liegt auf der Magie, die im Schnittfeld von Ästhetik und Storytelling entstehen kann. Für ihn ist jeder Designprozess ein Weg, Klarheit zu schaffen – und zugleich die Schönheit zu bewahren, nicht alles auf einmal zu enthüllen. Design soll die Erzählung verstärken und Raum für Interpretation lassen.

Foto: Jessica Kassner

SAP Media Young Leaders Forum

Generation KI: Führen ohne Vorbild

Friederike Marie Föll // Head of Business Transformation & Strategy bei Burda, Deutschland

Medienhäuser werden heute unter Bedingungen permanenter Veränderung geführt: Geschäftsmodelle, die wir für zukunftsfähig hielten, geraten ins Wanken, experimentelles Arbeiten wird zur Normalität, Entscheidungen müssen unter hoher Unsicherheit getroffen werden, während gleichzeitig neue Rollenprofile entstehen und Content-Produktion immer einfacher wird. Wie KI die Medienbranche nicht nur technologisch, sondern vor allem kulturell verändert und wie sich Burda darauf einstellt, sagt Friederike Marie Föll, Head of Business Transformation & Strategy des Burda Verlags.

Foto: Kathimerini

European Weekly Newspaper of the Year: Kathimerini, Griechenland

Erkenntnisse zu einem ungewöhnlichen Relaunch in Zeiten von KI

Michalis Tsintsinis // Chefredakteur der Sonntagsausgabe von Kathimerini, Griechenland

Die Sonntagsausgabe von Kathimerini ist 2026 Europas beste Wochenzeitung. Bei diesem einflußreichen Athener Titel arbeiten 40 Journalisten, 15 Kolumnisten, 7 Fotografen und 6 Designer und Infografiker. Die wöchentliche Auflage beträgt 55.000 Exemplare, das Online-Angebot gilt als vorbildlich. Anstatt eine einzige, groß angekündigte Umgestaltung zu starten, wurde über die vergangenen drei Jahre hinweg eine Reihe von schrittweisen Änderungen umgesetzt. Wie sich dabei Layout, Typografie, Hierarchie und die allgemeine Lesbarkeit verändert haben, erklärt Michalis Tsintsinis, Chefredakteur der Sonntagsausgabe von Kathimerini. KI sieht man bei der Athener Zeitung „als eine einzigartige Chance für traditionelle Medien sich als vertrauenswürdige Inseln verifizierter Informationen in einer zunehmend fragmentierten und unzuverlässigen Informationslandschaft neu zu positionieren.“ Eine Auswahl der besten Seiten von Kathimerini finden Sie hier.

Foto: 506.ai

Impuls

Die größte Technologie-Transformation der Geschichte. Und warum gerade Medien neue Chancen haben

Gerhard Kürner // CEO, 506.ai, Österreich

Wir stehen am Beginn der größten Technologie-Transformation der Geschichte. Künstliche Intelligenz ist aus dem Chatfenster ausgebrochen und arbeitet nicht mehr als Werkzeug, sondern als eigenständiges digitales Teammitglied, das recherchiert, prüft und Ergebnisse liefert. Aus dem Kauf von Software wird die Aufnahme von Kollegen. Für Medienhäuser entsteht daraus eine außergewöhnliche Chance, denn ihr Rohstoff ist Information und ihr Produkt ist Content, und in beidem sind digitale Teammitglieder bereits erstaunlich weit. Gerhard Kürner ordnet diese Transformation aus über tausend Gesprächen mit Vorständen und Eigentümern ein und bricht sie auf die Medienwelt herunter. Er zeigt, warum die entscheidende Frage nicht technischer Natur ist, sondern eine der Führung lautet: Wer traut sich, der Vorgesetzte eines KI-Kollegen zu sein?
Gerhard Kürner ist CEO von 506.ai, dem Entwickler des KI-Kollegen Kollega, und Co-Founder von Choose European.

Foto: Kevin Payravi

Impuls

Der KI-Revenue-Shift: Warum Lizenzdeals erst der Anfang sind

Ulrike Langer // Trendscout, USA

Verlage, die nur auf Content-Lizenzverträge mit OpenAI, Google & Co. setzen, handeln aus der Defensive. Die eigentliche Chance liegt darin, eigene Infrastruktur für KI-Distribution aufzubauen und die Regeln selbst zu bestimmen: mit strukturierten Daten, API-fähigem Content, Archiv-Monetarisierung. Einige Medienunternehmen machen das bereits - sie verwandeln ihre Inhalte in eine Plattform, verkaufen Datenpunkte an B2B-Kunden, ermöglichen bezahltes Scraping und schnüren neue Produkte aus Archivmaterial. Innovationsexpertin Ulrike Langer zeigt konkrete Case Studys, die funktionieren.

Foto: Wolfgang Koehler

Strategie

Die Madsack-Strategie - Wie schaffen wir zugleich Wachstum und Effizienz?

Thomas Düffert // CEO Madsack, Deutschland

„Wir laufen auf eine wirtschaftliche Lücke zu und der Druck nimmt zu“, sagt Madsack-CEO Thomas Düffert kürzlich bei der „Future of German Media“ in Hannover. Schon die nächsten drei bis fünf Jahre werden darüber entscheiden, wie die nächsten 30 oder 50 Jahre im Journalismus sein werden. Warum Print zur Finanzierung von Journalismus nicht mehr lange reichen wird und warum wir jetzt noch schneller digital wachsen müssen, erklärt Deutschlands Medienmanager des Jahres im Gespräch mit „kress pro“-Chefredakteur Markus Wiegand. Außerdem: Warum wir weg von der Reichweite hin zu vertrauenswürdigen Marken steuern müssen und warum wir uns dabei lieber auf uns selbst als auf die Medienpolitik verlassen sollten.

Foto: Público

European National Newspaper of the Year: Público, Portugal

Wie viel Aufwand lohnt sich noch für Print im digitalen Zeitalter?

David Pontes // Chefredakteur von Público, Portugal

Europas beste überregionale Tageszeitung erscheint in Portugal und sie steckt nach wie vor viel Arbeit in ihre Printproduktion. Erstaunlich viel sogar, denn „Online entwickelt sich auch bei uns rasant und ständig weiter, was Agilität sowie schnelle Reaktionsfähigkeit erfordert“, sagt Chefredakteur David Pontes. Die Wahrheit ist, dass es der Redaktion von Público gelingt, Qualität, Klarheit und eine starke visuelle Identität plattformübergreifend umzusetzen. Der Titel zählt mit seiner digitalen Ausgabe (54.600 Exemplare) und einer gedruckten Ausgabe (8.400 Exemplare) zu den führenden Qualitätsmedien in Portugal. Público beschäftigt 36 Journalisten, 12 Visual Journalists (Video und Foto) und acht Personen im Layout. Im Laufe seiner Karriere leitete David Pontes die Redaktion in Porto der Edipress-Gruppe, war Chefredakteur bei Comércio do Porto und gehörte den Führungsteams von Público, Jornal de Notícias und der nationalen Nachrichtenagentur Lusa an. Mittlerweile ist er zu Público zurückgekehrt, wo er nun als Chefredakteur tätig ist. Eine Auswahl der besten Seiten von Público finden Sie hier.

Foto: Marcus Mainz

Case

KI im Lokaljournalismus – was wirklich funktioniert

Louisa Riepe // Chefredakteurin NOZ, Deutschland

Künstliche Intelligenz ist im Journalismus angekommen – doch zwischen Pilotprojekten und echtem Mehrwert liegt oft eine große Lücke. Wie sieht eine erste belastbare Bilanz aus, wenn KI nicht nur getestet, sondern im redaktionellen Alltag eingesetzt wird? Louisa Riepe gibt Einblicke in drei konkrete Anwendungsfälle aus dem Lokaljournalismus: den KI-gestützten Chatbot „frag noz“, der Nutzerinnen und Nutzern einen dialogbasierten Zugang zu journalistischen Inhalten ermöglicht, automatisierte Zusammenfassungen von Artikeln, die besonders bei Abonnenten auf hohe Nutzung stoßen, sowie den Einsatz von KI in der Wahlberichterstattung. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Produkte selbst, sondern vor allem die Erfahrungen dahinter: Was hat funktioniert? Wo lagen die größten Hürden? Und welche Rolle spielt KI künftig in der Verbindung von Journalismus, Produktentwicklung und Nutzerbedürfnissen? Louisa Riepe ist NOZ-Chefredakteurin. Im vierköpfigen Chefredaktions-Team der NOZ/mh:n Mediengruppe verantwortet sie die niedersächsischen Lokalredaktionen sowie strategische Innovationsthemen. Ihre Schwerpunkte liegen in der Weiterentwicklung von Paid Content, der digitalen Produktentwicklung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Journalismus.

Foto: Bose Park

KI und Audio

Redaktionen und KI: Warum wir eine gemeinsame Datensprache brauchen

Chris Guse // BosePark, Deutschland

Der ungezähmte Einsatz von Künstlicher Intelligenz droht ein Flickenteppich für Redaktionen zu werden. Viele verschiedene KI-Tools bedeuten zu viele Orte, an denen die eigenen Daten liegen. Hinzu kommen immer höhere Kosten. Eine langfristige Strategie setzt die Redaktion selbst als Souverän der eigenen Daten ein. Chris Guse zeigt praktisch, wie das mit einer Medien-Ontologie der Medienproduktion gelingen kann. Er ist Geschäftsführer der Berliner Podcast Produktionsfirma BosePark und hat dort das Konzept der Medien-Ontologie für die Produktion entwickelt.

Foto: Nilay Aydin

SAP Media Young Leaders Forum

Der zweigleisige KI-Ansatz bei Russmedia

Lena Leibetseder // Head of Digital Publishing, Russmedia, Österreich

Russmedia in Österreich hat gleich zwei neue KI-Teams gegründet. Zum einen Russmedia Beta, ein KI-Team für das gesamte Medienunternehmen. Dieses konzentriert sich auf einen klaren Proof of Concept-Ansatz. Dabei wird sehr früh geklärt, ob eine Idee realisierbar ist bevor umfangreiche Ressourcen investiert werden. Russmedia Beta beschäftigt sich mit der Identifikation relevanter Use Cases, mit schnellen Prototypen bis zur Skalierungsentscheidung. Die zweite Neugründung ist VOL.at AI Studio. Dieses KI-Team dient ausschließlich der Redaktion. KI-Anwendungen werden direkt aus dem redaktionellen Alltag heraus entwickelt und getestet. Dazu wird sehr eng mit Journalistinnen und Journalisten zusammengearbeitet. Über die Arbeitsweise und Funktionslogik der beiden Teams und über den konsequent experimentellen Proof of Concept-Ansatz, spricht Lena Leibetseder. Als Head of Digital Publishing bei Russmedia stellt sie drei konkrete Leuchtturmprojekte vor, an denen sich zeigt, wie KI journalistische Arbeit unterstützt, Prozesse verbessert und strategischen Mehrwert schafft.

Foto: Privat

Praxis

KI in Nachrichten-Websites und die Zukunft des redaktionellen Designs

Björn Heselius // Leiter der Datenplattform bei Swedish Radio, Schweden

Viele Verlage nutzen bereits KI-generierte Inhalte, um ihr Storytelling zu erweitern und zu bereichern. Eine wichtige Frage bleibt jedoch offen: Warum ist KI nicht auch in der Benutzererfahrung von Nachrichten-Websites eingesetzt? Björn Heselius untersucht diese Lücke und welche Chancen sich daraus ergeben. Weiters befaßt er sich mit dem Wandel im Datenjournalismus und in der Infografik. Anstelle von vollständig immersiven Präsentationen mit großen Datensätzen entscheiden sich immer mehr Medien für visuell eindrucksvolle, sorgfältig kuratierte Erzählungen, die auf ausgewählten, aussagekräftigen Datenpunkten basieren. Heselius zeigt anschauliche Beispiele, praktische Inspirationen und ein Blick in die Zukunft des redaktionellen Designs – zusammen mit Denkanstößen für die nächste Innovationswelle im Journalismus. Björn Heselius ist Leiter der Datenplattform bei Swedish Radio in Stockholm und ein führender Experte im Bereich digitale Transformation und Nachhaltigkeit. Er hat international für große Medienhäusern gearbeitet, um neue Formen des Storytellings zu entwickeln und fortschrittliche Technologien in redaktionelle und Produktstrategien zu integrieren. Seine Arbeit verbindet Design, Innovation und datengesteuerte Entwicklungen.

Foto: Karla Schroeder

SAP Media Young Leaders Forum

Wie Journalismus auch abseits der Hotspots KI-gestützt wachsen kann

Maximilian Helm // Leiter Digitaldesk Sächsische Zeitung, Deutschland

Der deutsche Bundesland Sachsen hat eine ältere Bevölkerung, wirtschaftliche Herausforderungen und ist politisch instabil. Deshalb braucht es dort einen anderen Journalismus: aufgeschlossen, positiv und bürgernah, sagt Maximilian Helm, Leiter des Digitaldesks der Sächsischen Zeitung. Er stellt sein Konzept für Wachstum in ländlichen Gebieten vor: eine einzigartige Synergie aus Einfühlungsvermögen, lokaler Berichterstattung und KI-gestützter Effizienz.

Foto: FUNKE Foto Services Reto Klar

Case

KI und Newsletter: Wie Haltung im Posteingang zum strategischen Vorteil wird

Pascal Biedenweg // Digitalchef, FUNKE Medien Berlin/Berliner Morgenpost, Deutschland

KI kann Newsletter schneller schreiben als jede Redaktion. Doch ohne erkennbare Haltung wird aus einem Newsletter nur ein Verteiler: effizient produziert, aber austauschbar. „Ein KI-Text ist noch lange keine publizistische Stimme und er übernimmt auch keine Verantwortung“, sagt Pascal Biedenweg. Der Digitalchef FUNKE Medien Berlin / Berliner Morgenpost berichtet über seine Erfahrungen aus dem redaktionellen Alltag mit konkreten Beispielen, Fehlern und Learnings darüber, wie Haltung im Newsletter zum strategischen Vorteil wird.

Foto: Kevin Payravi

Impuls

Bauen, kaufen oder abgehängt werden: Der neue Markt für KI-Tools im Newsroom

Ulrike Langer // Trendscout, USA

US-Newsrooms bauen KI-Tools, die nicht nur im eigenen Unternehmen funktionieren - manche werden open source für die gesamte Branche verfügbar, andere bringen Lizenzeinnahmen. Europäische Verlage stehen vor einer strategischen Entscheidung: selbst entwickeln, übernehmen, was aus den USA kommt, oder den Anschluss verlieren. KI-Expertin Ulrike Langer kartiert die Landschaft und liefert einen Entscheidungsrahmen für Build versus Buy.

Foto: Pope

Case Podcast

Podcast: Der KI-sichere Zukunftsmarkt

Stefan Lassnig // Gründer & Geschäftsführer Missing Link Media, Österreich

Die Geschichte der Nonnen von Goldenstein schaffte im Vorjahr weltweit Aufmerksamkeit. Ausgelöst wurde der internationale Hype durch den österreichischen Investigativ-Podcast „Die Dunkelkammer“ von Michael Nikbakshsh und Edith Meinhart. Mitgegründet wurde dieser Podcast von Stefan Lassnig. Sein Wiener Unternehmen Missing Link vermarktet „Die Dunkelkammer“ und rund 100 andere österreichische Formate. Vorbild für Lassnig sind die USA, wo Podcasts längst beeindruckende Nutzerzahlen erreichen und zugleich Milliarden an Werbeumsätzen erwirtschaften. Eine Entwicklung, die wir auch für Europa erwarten können? Stefan Lassnig erklärt, warum Audio im Umfeld von KI viele spannende Aspekte für die Zukunft von Medienhäusern hat. 2025 wurde er als Medienmanager des Jahres in Österreich ausgezeichnet.

Fotos: privat (Manocha), BILD (Böcking)

Case

BILD und Upday: Agenten bei der Arbeit

Kashika Manocha // Product Managerin, Axel Springer, Deutschland
Daniel Böcking // Mitglied der Chefredaktion und Head of AI, BILD, Deutschland

KI wird oft als Tool gesehen, als Hilfsmittel im bestehenden System. Bei BILD und Upday wurde früh damit begonnen, KI nicht nur unterstützend einzusetzen, sondern sie tief in redaktionelle Prozesse zu integrieren. Kashika Manocha und Daniel Böcking geben Einblick in die Entwicklung von KI-gestützten Content-Pipelines, Newsroom-Agents und neue Workflows. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Wie verändert sich journalistische Verantwortung, wenn KI mehr Mitarbeiter ist statt nur ein Werkzeug? Welche Voraussetzungen sind nötig, damit daraus echter Mehrwert entsteht? Und: Wie macht uns KI nicht nur effizienter, sondern unsere Marken besser und journalistisch wertvoller?

Foto: Martin Rupik (Schwab), Tim Geyer (Kimathi)

SAP Media Young Leaders Forum

So funktioniert KI-Content für Gen-Z

Niklas Schwab // Gründer „Hedgefonds Henning“, Deutschland
Kariko Kimathi // Gründer „Hedgefonds Henning“, Deutschland

Creator Niklas Schwab und sein Co-Founder Kariko Kimathi erreichen über ihre Social Media Accounts vor allem junge Menschen. Alleine bei Instagram haben sie 300.000 Follower, bei Tik Tok 35.000. Ungewöhnlich ist auch die inhaltliche Ansprache des jungen Publikums, nämlich mit innovativen Formaten wie Memes, die sie weitgehend KI-gestützt erzeugen. Die beiden Gründer zeigen, wie ein junges Medienunternehmen KI nicht nur als Tool, sondern als redaktionelles Grundprinzip einsetzt – von der Idee bis zur Publikation. Und sie sagen, auf welche Technologie sie setzen, wie sie journalistische Qualität sicherstellen, und warum dieser Weg für Gen-Z-Medien besonders gut funktioniert.

Foto: Kevin Payravi

Live-Briefing

KI in Newsrooms: Was jenseits vom Hype wirklich passiert

Ulrike Langer // Trendscout, USA

Keine Keynote sondern ein Arbeitsbriefing im kleineren Rahmen. KI-Expertin Ulrike Langer greift auf ihre laufend aktualisierte Fallstudien-Datenbank zurück und geht mit dem Publikum die wichtigsten Entwicklungen der letzten Wochen und Monate durch. Echte Zahlen, echte Ergebnisse, echte Fehlschläge. Fragen jederzeit. Was Ulrike Langer jede Woche für ihr News Machines Newsletter-Publikum macht - hier live, exklusiv und komprimiert für die Teilnehmenden des European Publishing Congress.

Foto: Martin U.K. Lengemann/Welt

Case

Wie KI die Arbeit im Newsroom der „Welt“ verändert hat

Olaf Gersemann // Stellvertretender Chefredakteur der „Welt“, Deutschland

Die „Welt“ von Axel Springer zählt im deutschsprachigen Raum zu den führenden Medienmarken beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Olaf Gersemann, stellvertretender Chefredakteur, erläutert, wie KI die Arbeit im Newsroom bereits heute entscheidend unterstützt – etwa durch Avatare und Stimmenklone, die Inhalte automatisiert vertonen und in Audio- sowie Videoformate überführen. Zudem erklärt er, welche Do-it-yourself-Tools sein Team einsetzt und wie die Openclaw-Revolution redaktionelle Prozesse weiter verändert.

Foto: T Bartilla Future Image

Keynote

KI und Journalismus: Die Wahrheit ist unantastbar – selbst wenn sie weniger spektakulär aussieht

Stefan Aust // Deutschland

Als Chefredakteur beim „Spiegel“ hatte er die richtigen Leute auf die richtigen Themen zu setzen, die passenden Titel zu entwickeln. „Und das war wirklich eine Kunst für sich“, sagt Stefan Aust. Mit dem Leiter der Titelgrafik hat er stundenlang an den Covern gefeilt. Damals wurde die Hälfte der Auflage am Kiosk verkauft und Titelthema, Titelbild und Titelzeile bestimmten den Erfolg des Heftes. Wie sich in Zeiten von Social Media und KI die Rolle der Medien verändert hat und wie er die Zukunft des Journalismus einordnet, analysiert Aust in seiner Keynote. Am European Publishing Congress wird er für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Foto: La Provincia

European Local Newspaper of the Year: La Provincia, Spanien

Exzellenz an der Schnittstelle von Lokaljournalismus, KI und Design

Adae Santana // Leiter Illustration und Infografik von La Provincia, Spanien

Europas beste Lokalzeitung beeindruckt durch außergewöhnliche Leistungen an der Schnittstelle von Lokaljournalismus, KI und Design. KI unterstützt dabei die kreative Arbeit, ohne jedoch die lokale Identität in Frage zu stellen. Wie es den Teams aus den unterschiedlichen Regionen gelingt, ein verbindendes visuelles Storytelling umzusetzen, erklärt Adae Santana, Leiter Illustration und Infografik von La Provincia. Der Titel erscheint in La Palmas in einer Auflage von 5.100 Exemplaren. Mit 2,5 Millionen Unique Usern hat La Provincia eine starke Online-Präsenz. Beeindruckend sind auch die Zahlen bei Social Media. La Provincia beschäftigt 54 Journalisten, zwei Fotografen und fünf Designer. Der Titel gehört zu Prensa Ibérica, einer führenden Mediengruppe auf den Kanarischen Inseln. Eine Auswahl der besten Seiten von La Provincia finden Sie hier.

Foto: Johanna Lohr (Knall), Julia Herzsprung (Russ), dpa (Fleischmann), Gert Krautbauer (Wolf), Harald Oppitz (Grimberg)

Panel

Zukunft des Lokaljournalismus: Relevanz, Reichweite und Verantwortung

Wolf Röcken // Chefredaktor, Berner Zeitung, Tamedia, Schweiz
Isabel Russ // Chefredakteurin, Vorarlberg, Russmedia, Österreich
Katja Fleischmann // Projektmanagerin, DRIVE/dpa, Deutschland
Markus Knall // Chefredakteur, IPPEN.MEDIA, Deutschland
Steffen Grimberg // Leiter, KNA-Mediendienst, Deutschland

Wie kann lokaler Journalismus seine einzigartige gesellschaftliche Relevanz auch unter den Bedingungen tiefgreifender digitaler Transformation behaupten und weiterentwickeln? Diskutiert werden die Perspektiven eines Journalismus, der wie kein anderer Nähe, Vertrauen und demokratische Verankerung schafft. Im Fokus stehen strategische Innovation, publizistische Exzellenz und die Entwicklung tragfähiger Modelle, mit denen lokale Medienhäuser ihre Rolle als unverzichtbare Institutionen des öffentlichen Lebens in Europa auch künftig sichern. Das Podium leitet Steffen Grimberg, Leiter KNA-Mediendienst, Deutschland.

Foto: Tamedia

Case

Journalismus zwischen Assistenz und Autonomieverlust

Nadia Kohler // Director AI & Data, Tamedia, Schweiz

KI kann heute ganze Texte schreiben – doch viele Journalistinnen und Journalisten zögern, diese Möglichkeiten wirklich zu nutzen. Warum ist das so? Und welche Rolle spielt Transparenz gegenüber dem Publikum? Am Beispiel des Article Buddy zeigt Nadia Kohler, wie KI die journalistische Arbeit konkret unterstützt – von der Struktur bis zur Formulierung – und wo im Redaktionsalltag die Grenzen zwischen hilfreicher Assistenz und Kontrollverlust verlaufen. Dabei wird deutlich: Die Einführung von KI ist nicht nur eine technische, sondern vor allem eine kulturelle Herausforderung.

Foto: Harry Bellach

SAP Media Young Leaders Forum

Linkedin als Booster für Vermarktung und Networking

Constantin Kaindl // Gründer und Geschäftsführer von wirdenkenlokal, Deutschland

Constantin Kaindl ist Gründer und Geschäftsführer des Portals wirdenkenlokal. Einer der größten Booster für sein Geschäft, so sagt er, war sein Linkedin-Account. Dort erreicht er rund 9.000 Follower und erzielt zwischen 700.000 und 900.000 Impressionen mit Beiträgen aus der Region Mittelfranken/Metropolregion Nürnberg.

Foto: Kyiv Independent

Case

Publikumsbindung in Zeiten von Informations- und Kriegsmüdigkeit

Elsa Court // Audience Development Managerin, Kyiv Independent, Ukraine

Nachrichtenorganisationen weltweit haben mit Nachrichtenmüdigkeit zu kämpfen. Für den Kyiv Independent, Ukraines größtes unabhängiges englischsprachiges Medienunternehmen, ist die Herausforderung noch anspruchsvoller. Wie geht der Kyiv Independent mit der Berichterstattung über einen Krieg um, der aus den internationalen Schlagzeilen verschwunden ist? Und wie stellt das Team sicher, dass die Geschichten, die es erzählt, von einem internationalen Publikum gelesen werden? Audience Development Managerin Elsa Court spricht über praktische Erkenntnisse für Redaktionen, von der Suche nach kreativen Blickwinkeln bis hin zur Rolle des erklärenden Journalismus und medienübergreifender Partnerschaften. Der Kyiv Independent wurde vor fünf Jahren von Redakteuren der Kyiv Post gegründet und gilt als eines der besten und seriösesten Medien in der Ukraine.

Foto: RP/Krebs

Case

Der Akzeptanz-Test: Was unsere Nutzer von KI-Inhalten halten

Henning Bulka // Stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post, Deutschland

KI kann Inhalte in Sekunden erzeugen – aber wie gehen unsere Nutzer tatsächlich damit um, wenn KI nicht nur im Hintergrund hilft, sondern sichtbarer Teil des Produkts wird? Wie KI-generierte Inhalte vom Publikum bewertet und welche Erwartungen dabei an eine journalistische Marke geknüpft werden – und welche Fragen deshalb Redaktion und Produkt gemeinsam beantworten müssen, erklärt Henning Bulka, stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Anwendungen: KI-generierte Audio-Inhalte und der Gastro-Chatbot Yummy. Henning Bulka zeigt, welche Signale die Nutzer geliefert haben und welche Schlüsse die Redaktion daraus gezogen hat, die dann direkt in Produktentwicklung und Entscheidungsprozesse eingeflossen sind – und die auch Learnings für andere Medienhäuser sein können.

Foto: General-Anzeiger

Case

Mehr Umsatz pro Kunde mit Premium-Abos

Kersten Köhler // Geschäftsführer General-Anzeiger Bonn, Deutschland

Digitale Abos gewinnen und bestehende halten – wie gelingt das? Ein existenzielles Thema, das alle beschäftigt. Der General-Anzeiger in Bonn ist hier besonders weit. Mit GA+ Premium wertet er seit einem Jahr sein bisheriges Angebot auf und erzielt damit höhere Erlöse. Manches scheint dabei banal, aber es funktioniert. Zum Beispiel wurden gute Erfahrungen damit gemacht, dass Abonnenten kostenpflichtige Artikel teilen können und der Zugang für zwei Personen gilt. Wie sich Kundenerlebnis, Produktlogik, Monetarisierung und Pricing sinnvoll zusammendenken lassen, erläutert Geschäftsführer Kersten Köhler. Er spricht zudem über konkrete Stellhebel und die wichtigsten Learnings im ersten Jahr dieses zukunftsweisenden Projektes.

Foto: Philipp Nemenz

European Magazine of the Year: Apotheken Umschau, Deutschland

Redaktionelle Kreislaufwirtschaft statt GEO

Dennis Ballwieser // Chefredakteur und Geschäftsführer Wort & Bild Verlag, Deutschland

Die digitalen Geschäftsmodelle vieler Medienhäuser stehen unter Druck. Ist GEO statt SEO die Antwort? „Nein, denn wer jetzt ausschließlich in die nächste US-Plattform-Abhängigkeit investiert, verschiebt das Problem bestenfalls um eine Runde“, sagt Dennis Ballwieser, Chefredakteur und Geschäftsführer der Apotheken Umschau, Deutschlands meistgelesenes Gesundheitsmedium. Die digitale Zukunft ist komplexer: Reichweite kommt nicht mehr nur von Google. Der lineare Artikel hat seinen Zenit überschritten. Also: Was bleibt von dem, was wir produzieren, wenn es 24 Stunden alt ist? Bei der Apotheken Umschau werden Inhalte in Zukunft anders gedacht: haltbar, mehrfach nutzbar, in einen Kreislauf eingebettet. Liquid Content 2.0 als redaktionelle Kreislaufwirtschaft - nicht mehr nur ein Text, der zusätzlich vertont und verfilmt wird, sondern ein redaktionell gepflegter Wissensbestand, der in alle relevanten Kanäle fließt. Wertvolle, auch unveröffentlichte Inhalte fließen in eine eigene KI-Architektur, speisen immer mehr Kanäle, werden durch Recherchen und Gespräche mit Expertinnen und Experten angereichert – und bei Aktualitätsverlust aktiv aussortiert. Ziel ist, relevantere Antworten in höherer Qualität zu liefern. In der Redaktion der Apotheken Umschau arbeiten knapp 100 Mitarbeiter. Zwei gedruckte Ausgaben im Monat informieren über alle wichtigen Themen rund um das Thema Gesundheit. Die Auflage liegt bei 4.593.617 Exemplaren monatlich. Das digitale Portal erreicht 2,31 Mio. Nutzer im Monat. Die Apotheken Umschau ist „European Magazine of the Year“.

Foto: Privat

Strategie

Bring People Home! Ein technologischer Ansatz für unabhängige Reichweite

Gerhild Pirker // MarTech Consultant und Founder VOIZZ, Österreich

Journalistische Arbeit muss sich dringend vom Algorithmen-Denken lösen und ausschließlich daran orientieren, was sie für unsere Nutzer leistet. Qualität muss dabei wieder klar erkennbar sein — in Fakt, Meinung und Einordnung. Denn nur wenn Journalismus wieder als wertvoll wahrgenommen wird, entsteht auch die Bereitschaft, dafür zu bezahlen. Die Basis für unabhängige Reichweite. Dafür braucht es Technologie, mit der Journalisten intuitiv, ortsunabhängig und eigenverantwortlich arbeiten können. Wie ein neuer journalistischer Ansatz und neue technische Möglichkeiten sinnvoll zusammenwirken, erklärt Gerhild Pirker, MarTech Consultant und Founder VOIZZ, Österreich.

Fotos: Manuel Horn

Case

Mensch, Maschine, Medien: KI-Evolution bei turi2

Markus Trantow // Chefredakteur, turi2, Deutschland
Max Wirnsberger // KI-Experte und Software-Entwickler, Österreich

Der Einsatz von KI hat die Arbeit des Kommunikationsfachdienstes und News-Aggregators turi2 grundlegend verändert. Was Anfang 2025 mit der Unterstützung bei kurzen Meldungen begann, durchzieht heute jeden Arbeitsschritt – von der Recherche bis zum fertigen Text, von der News bis zum großen Interview. KI-Entwickler Max Wirnsberger und turi2-Chefredakteur Markus Trantow zeigen praxisnah, mit welchen Tools die Redaktion arbeitet und wie das Team spürbar effizienter wird. Der größte Gewinn: mehr Raum für eigene Recherchen, persönliche Begegnungen und innovative neue Produkte.

Foto: Marcus Brandt, dpa

Impuls

Der Kampf der Agenten - Warum wir die Kontrolle über KI im Journalismus und in der PR behalten müssen

Richard Tigges // Institut für Angewandte Kommunikationsintelligenz, Deutschland

Künstliche Intelligenz verändert den Redaktionsalltag grundlegend, angefangen bei der Recherche in großen Datenmengen bis zur schnellen Formulierung von Nachrichten. Auf der „anderen Seite des Schreibtischs“ rüstet die Unternehmenskommunikation auf, liefert uns zunehmend Datenquellen neben fertigen Interpretationen und automatisiert sogar die Beantwortung von Medienanfragen per E-Mail mit Agentic AI. Es ist nur eine Frage der Zeit und Journalisten schicken ihre eigenen KI-Agenten los, um Unternehmen zu befragen. KI erstellt bald ganze Geschäftsberichte – deren Hauptleser längst KI geworden ist, etwa für Unternehmensvergleiche im Finanzteil.
Ein Kampf der Agenten? Wir brauchen ein neues Arbeitsteilungsmodell mit den digitalen Helfern und letztlich auch ein neues Berufsbild. Und wir müssen künftigen Generationen die Bewertungskompetenz erhalten, wenn sie die Arbeit generativer KI freigeben sollen. In jedem Fall sollten wir verstehen, was passiert, wenn wir die Kontrolle verlieren – und wie wir das vielleicht noch verhindern können.
Richard Tigges ist seit über drei Jahrzehntem in Führungsfunktionen tätig, zuletzt als Director Global Strategic Communications der AUDI AG, wo er die Digitalisierung von Kernprozessen und den Einsatz von KI verantwortete. Inzwischen ist er Direktor des Instituts für Angewandte Kommunikationsintelligenz (CommTechUnit.AI), das die Implementierung generativer Künstlicher Intelligenz begleitet, aktuell bei der Deutsche Bahn AG (DB) und dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). In der bundesdeutschen Arbeitsgemeinschaft CommTech ist er Co-Lead des Clusters Technology.

Fotos: Daniel Holst/Falkemedia

Case

Wie ein Medienhaus mit 200 Menschen die Wirkung von 1.000 entfaltet

Kassian Alexander Goukassian // Verleger Falkemedia, Deutschland
Maximilian Kleinsorg // Head of AI, Falkemedia, Deutschland

Bei Falkemedia wird KI deutlich konsequenter eingesetzt als bei anderen – mit beeindruckenden Ergebnissen. Wo sich der Einsatz von KI sofort bezahlt gemacht hat, welche Tools er als CEO einsetzt und wie er die Transformation weiter vorantreiben will, erklärt Verleger Kassian Alexander Goukassian. Maximilian Kleinsorg, Head of AI bei Falkemedia, zeigt zwei der erfolgreichsten KI-Cases im Detail.

Foto: Alex Kurze / FRAMEN

SAP Media Young Leaders Forum

KI im Mediavertrieb: Was bereits hervorragend funktioniert und wo bisher Grenzen sind

Paul Thümer // Vice President Central Europe, FRAMEN, Deutschland

Wie Verlage KI im Mediavertrieb als echten Umsatz-Booster nutzen. Von smarter Lead-Gen bis zu automatisierten Kampagnen. Was dabei hervorragend funktioniert und was noch nicht zu lösen war. Und warum der Faktor Mensch im Beziehungsverkauf die absolute Geheimwaffe bleibt. Details von Paul Thümer, Vice President Central Europe FRAMEN, Deutschland.