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Das unfassbare Jahr 2020 und
was jetzt kommt


Wie stellen sich Europas Medien auf die Zukunft ein? Welche Inhalte haben sich im Corona-Jahr als tragfähig herausgestellt, auf welche kann verzichtet werden? Brauchen wir noch den klassischen Newsroom? Wie leistungsfähig sind unsere Teams im Homeoffice? Wie nachhaltig ist der Boom bei Digitalabos? Werden Anzeigen nochmals wichtig werden und was bleibt von Events und Nebengeschäften? Können wir auf Geld vom Staat verzichten?

Die Sprecher

Stefan Ottlitz

Leiter Produktentwicklung
„Der Spiegel"
Deutschland


Der beeindruckende Relaunch von spiegel.de


Die Zusammenführung von Print und Online wirkt in der Theorie meist einfach. In der Praxis haben jedoch viele Medienhäuser große Mühe, diesen Schritt zu vollziehen. Dem „Spiegel" ist noch vor Corona ein ganz großer Wurf gelungen, wie Experten bescheinigen. Weil er zum einen überhaupt den Mut dafür hatte, weil er ein geniales technisches Konzept hatte und weil er ungewöhnlich transparent nach innen und außen kommunizierte. Wie hat sich das Konzept nun in diesem anspruchsvollen Jahr bewährt? Wo muss nachgebessert werden? Wo wurden die Erwartung übertroffen? Projektverantwortlich ist „Spiegel“-Entwicklungschef und Geschäftsführer Stefan Ottlitz. Er wird in Wien über die Schlüsselstellen des Prozesses reden und welche Aufgaben sich der „Spiegel" im Corona-Jahr für 2021 vorgenommen hat.

Maria Hedengren

CEO
Readly
Schweden


Können 22 Millionen Datensätze die Zukunft der Medien voraussagen?

Was lesen Menschen digital am liebsten? Und was lassen sie liegen? Vor allem aber: Sind sie bereit dafür zu bezahlen? Das alleine sind bereits wertvolle Daten, die jedes Medienhaus interessieren muss. Doch sagt uns das auch etwas über zukünftige Entwicklungen? Und wie sind die Erkenntnisse der letzten Monate einzuordnen? Ist die plötzliche Nachfrage nach Journalismus nachhaltig? Wenige Unternehmen wissen so viel über das Leseverhalten wie Readly. CEO Maria Hedengren wird in Wien erstmals Details aus dem enormen Datenschatz von Readly vorstellen. Daraus lassen sich erstaunlich klare Trends identifizieren – auch was im Medienmarkt in Zukunft funktionieren könnte und was demnächst schon liegenbleibt.

Verena Hubertz, Mengting Gao

Gründerinnen, Kitchen Stories
Deutschland


Kitchen Stories und die neue digitale Währung


Während andere Medienhäuser noch Pageimpressions zählen, hat Kitchen Stories längst eine neue Währung eingeführt. Im Mittelpunkt steht die Userjourney. Aus Content, Reichweite und Data Insights entstehen Informationen, die wesentlich tiefer reichen und die letztlich auch besser vermarktbar sind. „Unsere KPI´s gehen über die klassischen Medien-KPI´s hinaus und wir bilden damit eine datenbasierte Zukunft ab“, sagt Verena Hubertz. Zusammen mit Mengting Gao hat sie 2013 Kitchen Stories gegründet. Die App wurde inzwischen 18 Millionen Mal heruntergeladen, 35 Prozent der Downloads kamen aus China. Einer der Fans von Kitchen Stories ist Apple-Chef Tim Cook, der bereits persönlich die Berliner Ideenküche besucht hat. Dort sind 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Weiterentwicklung des Unternehmens beschäftigt. Ein neuer Ansatz: Über eine eigene Schnittstelle wird videobasierter Food-Content für Medienhäuser angeboten. Abgerechnet wird wie bei Netflix über eine Grundgebühr oder wahlweise über anteilige Werbeeinnahmen.

Joachim Dreykluft

Mitglied der Chefredaktion und Online-Chefredakteur SH:Z
Deutschland


Wie wir die Digitalleser halten, die wir in der Krise gewinnen


Wie gewinnen wir zahlende Leser für unseren digitalen Journalismus? Und vor allem: Wie halten wir sie? Indem wir Journalismus im Web als das verstehen, was er ist: E-Commerce! Das ist der Ansatz von Joachim Dreykluft von der NOZ Digital. Er ist in Personalunion Leiter der Innovationseinheit HHLab in Hamburg und Online-Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags. Dreykluft wird in Wien Einblick geben, wie er die Arbeitsweise seiner Lokalredaktionen und die Ansprache der Kunden umgestellt hat, und was das für Folgen hatte. Dabei geht es um Daten, agiles Arbeiten und um eine neue Definition von "Qualitätsjournalismus". Nach Dreyklufts Erfahrung ist im Regionalen "Verlässlichkeit" wichtiger als "journalistische Exzellenz" alter Schule. Die Zahlen scheinen ihm recht zu geben: Die NOZ-Mediengruppe hat mehr als 140.000 Digitalabonnenten, davon 45.000 reine Web-Abonnenten.

Kerstin Schneider

Chefredakteurin
Harper's Bazaar
Deutschland


Das Konzept von Harper's Bazaar


Das Segment der Frauenzeitschriften gilt als eines der härtesten im Medienmarkt. Ein Titel hat dabei Erstaunliches geschafft. Mit seiner fast 150-jährigen Geschichte ist Harper’s Bazaar nicht nur das älteste Modemagazin der Welt, sondern auch eines der innovativsten. Mit überraschenden Perspektiven auf Mode, Stil, Beauty, Lifestyle, Kunst, Design und Reise, spricht Harper’s Bazaar Frauen an, die unkonventionellen Luxus lieben. Heute erscheint der Titel mit insgesamt 29 Ausgaben in 50 Ländern. 2013 launchte Hubert Burda Media die Marke in Deutschland. Mit Erfolg! Die deutsche Ausgabe wird monatlich rund 60.000mal verkauft. Beeindruckend ist das klassische Design, das zeitgenössisch modern interpretiert wird. Hochwertige Cover und außergewöhnliche Fotografie stehen für den Premium-Charakter des Titels, der Avantgarde und Eleganz vermittelt. Online gehört Harpersbazaar.de mit 3,9 Millionen Visits zu den meistbesuchten Luxus-Fashionportalen im Netz. Harpersbazaar.de besticht durch qualitativ hochwertigen Content, modernes Layout sowie innovative und kreative Werbeformen. Wie sich der traditionsreiche Titel in dem extrem umkämpften Segment behaupten kann und welche Veränderungen das Corona-Jahr bewirkt hat, berichtet Kerstin Schneider, Chefredakteurin von Harper`s Bazaar.

Alec Russell, Kevin Wilson

Chefredakteur, Redaktioneller Kreativdirektor
„FT Weekend“, Großbritannien


Wie Print in einen digitalen Newsroom passt


FT Weekend ist Teil einer außerordentlichen Erfolgs-Story: Die Zeitung hat mehr als eine Million Abonnenten. Digitale Abonnements machen dabei mehr als drei Viertel der Gesamtauflage aus. In einer Welt, die von der Suche nach digitalen Abonnenten dominiert wird, kann ein handwerklich gestaltetes Printprodukt die Strategie einer Nachrichtenorganisation ergänzen und ihre Zukunft unterstützen. Das geschieht mit integrierten Print- und Digital-Workflows, neuen Initiativen und der Art und Weise, wie Schlüsselinhalte wie Datenvisualisierung und Fotografie gestaltet werden, um die Stärken der verschiedenen Medien zu nutzen. Begegnen Sie dazu in Wien Chefredakteur Alec Russell und Kevin Wilson, dem redaktionellen Kreativdirektor der Financial Times. Die beiden Journalisten stellen ihre Strategie vor und erklären, wie es nach den zurückliegenden Monaten nun weitergeht. Alec Russel war zuvor der World Editor der Financial Times und des Daily Telegraph und berichtete als Auslandskorrespondent aus Südafrika und Bosnien. Kevin Wilson war zuvor Art Director für News beim Guardian. FT Weekend erscheint im Nordischen Format und hat eine Auflage von 185.000 Exemplaren. Die Zeitung erscheint in 15 Ländern und hat mehr als eine Million Abonnenten. Für die FT arbeiten 400 Journalisten, ein Fotograf und fünf Layouter.

Jochen Wegner

Chefredakteur
„Zeit Online“
Deutschland


Wie sich ein ganzes Medienhaus auf das Abogeschäft konzentriert


Im Juni hat die „Zeit“ erstmals 100.000 voll zahlende Digitalkunden erreicht. Diese Entwicklung war weder ein Zufall und auch kein Corona-Strohfeuer. Aufgrund des digitalen Leseverhaltens kann man bei der „Zeit“ inzwischen ziemlich genau voraussagen, welche Leser ein Abo abschließen werden. Nach 20 Tagen ist klar, wer bleibt und dafür auch bezahlt. Doch das Wissen um das Verhalten und die Bedürfnisse der Leser geht viel tiefer. Online-Chefredakteur Jochen Wegner erklärt in Wien die entscheidenden Schlüsselstellen auf diesem Weg und die künftige Strategie, um die Leser nun auch zu halten.

Beat Balzli

Chefredakteur
„WirtschaftsWoche“
Deutschland


Erkenntnisse im Magazinmarkt: Was digital am besten verkauft


Sehr früh hat die deutsche WirtschaftsWoche (WiWo) unterschiedlichste Modelle im Abo-Geschäft gestartet, unter anderem einen eigenen Club. Mit einem ambitionierten Newsletter versucht der Chefredakteur persönlich, jedes Heft zu verkaufen. Dabei leitet er zu einer Paywall. Welche Erfahrung hat die WiWo dabei gemacht? Gibt es Inhalte, die sich besonders gut verkaufen lassen? Hat das Club-Modell Zukunft? Details von Chefredakteur Beat Balzli. Außerdem: Die wichtigsten Erkenntnisse des Corona-Jahres und worauf sich die WiWo 2021 konzentrieren will.

Clarissa Haller

Global Head of Communications, Siemens
Deutschland


New Normal 2020: Wie erreicht man seine Mitarbeiter, wenn die Büros verwaist sind?

Das Führen von Mitarbeitern hat viele Ebenen. Manche sind offensichtlich, andere wirken subtil. Sich Spüren vermittelt im Idealfall Sicherheit. In beide Richtungen übrigens. Der schnelle Zuruf erlaubt flexibles Handeln. Einander sehen erleichtert Kontrolle aber auch Feedback. Doch was ist, wenn nichts davon möglich ist? Wie organisiert sich ein Unternehmen in Zeiten von Corona? Siemens ist vielfach für seine Kommunikation ausgezeichnet. Wie das Unternehmen Mitarbeiter im Homeoffice führt, ist möglicherweise auch Vorbild für die Organisation von Redaktionen. Kommunikationschefin Clarissa Haller stellt in Wien das Konzept, die bisherigen Erfahrungen und die weiteren Schritte vor.

Thomas Schafranek

Stv. Chefredakteur
„Fuldaer Zeitung“
Deutschland


Die Entdeckung des visuellen Journalismus im Regionalen


Die „Fuldaer Zeitung“ hat sich konsequent modernisiert. Die Macher setzen auf starken visuellen Journalismus mit einem Thema des Tages im Mittelpunkt. Ungewöhnlich für eine deutsche Regionalzeitung: Layout-Abteilung und Art-Direction haben enorm an Wichtigkeit gewonnen. Die „Fuldaer Zeitung“ weicht damit konsequent vom Aufbau vergleichbarer Zeitungen ab und schafft eine für Regionalzeitungen ungewöhnliche Magazin-Atmosphäre. Welche Strategie dahinter steckt und wie Leser konsequent in den Erneuerungsprozess eingebunden werden, zeigen die Macher in Wien. Die Zeitung erscheint im Berliner Format mit einer Auflage von ca. 37.000 Exemplaren.

Gerold Riedmann

Geschäftsführer Russmedia
Chefredakteur "Vorarlberger Nachrichten", Österreich


Von der regionalen Zeitung zur Datenbank der Region


Das österreichische Medienunternehmen Russmedia, das aus den „Vorarlberger Nachrichten“ entstanden ist, lebt Lokaljournalismus in einer innovativen, intensiven Weise. „Wir bringen die Menschen in Vorarlberg zusammen“, sagt Gerold Riedmann, der seit fünf Jahren als Geschäftsführer und Chefredakteur die Vorarlberger Nachrichten (VN) positioniert. Wie die Kombination aus klarem Abonnement-Kurs von VN.at und dem Reichweitenportal VOL.at dazu führt, dass Russmedia täglich 9 von 10 Vorarlbergern erreicht. Chefredakteur und Geschäftsführer Gerold Riedmann zeigt in Wien fünf seiner digitalen Initiativen – vom Loyalitätsprojekt „Ländlepunkte“ über die Corona-Initiative #vorarlberghältzusammen bis zum Anspruch, die Datenbank der Region zu sein.

Tilman Aretz

Geschäftsführer
Nachrichtenmanufaktur GmbH
Deutschland


9 Monate im Corona-Modus – eine Chance für Medien?


Reden wir mal nicht über den wirtschaftlichen Schaden und blicken wir auf den Rest. Könnte dieser Rest vielleicht sogar eine riesige Chance sein? Noch nie in der jüngeren Geschichte war in so kurzer Zeit so viel an Veränderung notwendig, aber auch möglich. Organisationsstrukturen waren über Nacht hinfällig. Praktisch alles musste neu gedacht werden und Medien hatten sich auf ihr Kernthema zu konzentrieren: Journalismus. Das Ergebnis bei ntv.de: Doppelt so viele Nutzerzahlen als noch ein Jahr zuvor. Was ntv.de aus dieser Krise gelernt hat und welche Aufgaben noch bevorstehen, berichtet Chefredakteur Tilman Aretz.

Tom Schneider

Mitglied der Chefredaktion
NZZ
Schweiz


Wie die NZZ mit einem neuen Tool den Erfolg ihrer Beiträge misst


Wie viele Klicks hat ein NZZ-Beitrag? Wie hoch ist die Lesedauer? Und wie viele Digital-Abos bringt ein Beitrag? Also wie gut verkauft er? Und gibt es Anomalien? Der „NZZ Article Score“ liefert diese Informationen auf einen Blick. Und das beinahe in Echtzeit. Im März ist das neue Tool in Betrieb gegangen und die CvDs wissen inzwischen exakt, wie sie Inhalte optimieren können. Welche Erkenntnisse dieser neue Zugang gebracht hat und wie sich dadurch die redaktionelle Arbeit verändert hat, erklärt Tom Schneider, der als Mitglied der Chefredaktion die Entwicklung des Tools verantwortet hat. In den Corona-Monaten konnte die NZZ übrigens ihre voll bezahlten Digital-Abos auf 61.000 verdoppeln. Das Abo kostet 240 Franken.

Peter Hogenkamp

CEO
Scope Content AG
Schweiz


Wie Newsletter erfolgreicher werden


E-Mail-Newsletter wurden schon totgesagt, erleben aber ein nahezu ungebremstes Revival. Kaum ein Medienhaus leistet es sich heute, keinen Newsletter zu versenden. Die meisten wollen den Kanal sogar ausbauen: weitere Zielgruppen bedienen, Frequenzen erhöhen, besser passende Inhalte erstellen. Aber natürlich ist nicht jeder Newsletter gleich gut und automatisch erfolgreich. Peter Hogenkamp hat dazu zahlreiche Erkenntnisse gesammelt und sieben Erfolgsfaktoren ermittelt, die er in Wien vorstellen wird. Unter anderem ist Hogenkamp überzeugt, dass es keine herausragend guten Newsletter-Designs gibt, dafür aber einige sehr schlechte. Auch die angekündigte maschinelle Personalisierung bleibt wohl bis auf weiteres eine Chimäre. Doch was bedeutet gerade diese Erkenntnis? Soll man seine Zielgruppe in Cluster unterteilen und sie dann mit verschiedenen, einfach zu variierenden Inhalten bedienen? Und was hat sich durch Corona verändert? Peter Hogenkamp ist CEO der Scope Content AG in Zürich. Das Unternehmen bietet eine Software zum einfachen Bespielen von Newsfeeds und Newslettern mit eigenen oder kuratierten Inhalten. Von 2010 bis 2013 war Hogenkamp Leiter Digitale Medien der „Neuen Zürcher Zeitung“.

Sónia Matos

Art Director und verantwortlich für den Relaunch von „Público“
Portugal


Portugal: Was macht Europas Klassenbester jetzt?


„Público“ in Portugal hat beim jüngsten Relaunch alles richtig gemacht und dafür die höchste Auszeichnung erhalten: „European National Newspaper of the Year 2020". Auffallend an „Público“ ist sofort das handliche leserfreundliche Format. Die Titelseite wird immer durch ein großes Bild dominiert. Die Innenseiten sind oft über Doppelseiten gestaltet. Die Zeitung setzt auf die großen Themen und damit auch auf ein großzügiges Layout mit reduziertem Einsatz von Farbe und Typografie. Das Ergebnis ist Klarheit, Einfachheit. „Público“ wirkt wie eine tägliche Wochenzeitung und erscheint in einer Auflage von 31.500 Exemplaren. Das Online-Angebot gilt als das erfolgreichste in Portugal und wird auch in Latein-Amerika genutzt. Um dieses Ergebnis zu erreichen, beschäftigt die Zeitung 114 Journalisten, 8 Fotografen und 14 Designer (Digital und Print) sowie 4 Infografiker (Digital und Print). Bleibt nur noch die Frage: Wie ist der Klassenprimus durch die vergangenen Monate gekommen? Wie konnte man den hohen Standard halten? Worauf stellt sich „Público“ für 2021 ein? Details in Wien von Art Director Sónia Matos und Chefredakteur Manuel Carvalho.

Joachim Braun, Daniel Noglik

Chefredakteur, Redakteur
ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland
Deutschland


Corona befördert und bremst die Transformation


Die Zeitungsgruppe Ostfriesland ist ein kleines, ein sehr kleines Medienhaus: Vier Titel, knapp 50.000 Druckauflage, etwa eine Million Unique User pro Monat und das in einem dünn besiedelten Gebiet im äußersten Nordwesten Deutschlands mit schlechter Netzabdeckung. Vor zwei Jahren haben die Eigentümer-Familien die Transformation ausgerufen. Die vier Lokalausgaben der Ostfriesen-Zeitung wurden zu einer zusammengeführt, eine sechsstellige Summe in eine Leseruntersuchung investiert, mit einem schwedischen Partner ein Data-Warehouse realisiert und dem Terminjournalismus abgeschworen. Kaum gewöhnten sich die Leser an die neuen Inhalte kam Corona, der Einbruch im Werbemarkt, Home-Office für alle und bei manchen Redakteuren der unvermeidliche Rückfall in alte Zeiten. Chefredakteur Joachim Braun und Reporter Daniel Noglik (Top 30 bis 30-Journalist 2020) berichten, wie die digitale Transformation in einem kleinen Laden wie der Zeitungsgruppe Ostfriesland trotzdem gelingen soll.

Christian Lindner

Christian Lindner Consulting
Deutschland


Newsrooms – schrumpfen, völlig neu denken oder abschaffen?


Plötzlich ging es auch ohne den Newsroom. Und bei vielen Medien sogar überraschend gut oder sogar besser. Das war die große Überraschung nach dem Lockdown, als die scheinbar unverzichtbaren Newsrooms entvölkert waren und Redaktionen gleichwohl oft kreativer und effizienter arbeiteten. Oder gerade deshalb? Was bedeutet diese Erkenntnis für die Zeit nach Corona? Waren die Newsrooms eine Branchenmode, die Effizienz gefressen und Kreativität gehemmt hat? Sind Redaktionen zeitgemäßer organisierbar? Reichen auch dezentrale Einheiten, die von deutlich schlankeren Desks als bisher gesteuert werden? Können wir mit viel kleineren Newsrooms einen Teil der Einnahmeverluste wettmachen und vielleicht sogar bessere Arbeit abliefern? Eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von Christian Lindner.

Swantje Dake

Chefredakteurin Digital Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten, Deutschland


Transformation in Verlagen – warum nach Corona Change der einzige Weg ist


Es ist anstrengend. Es ist erfolgreich. Es schmerzt. Es löst Glücksgefühle aus. Es frustriert. Es ist alternativlos: Transformation in Verlagen. Es gibt derzeit keine wichtigere Aufgabe in der Medienlandschaft, denn ohne Change verliert Journalismus an Bedeutung. Es geht nicht darum, dass Geschäftsführer und Chefredakteure nicht mehr ihre Print-Auflage als Maßstab für Erfolg verstehen und stattdessen auf die Anzahl der digitalen Abos setzen. Redaktionen verändern ganz grundlegend ihre Arbeitsweisen – ihren Takt, ihre Kanäle, ihre Ziele, ihre Führungskultur. Und das ist – siehe oben – für alle Beteiligten eine zwiespältige Angelegenheit. Daher ist der entscheidende Changefaktor, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Transformation nicht als Qual erleben. Erst recht, weil nach, seit und mit Corona der Change noch notwendiger geworden ist, wie man an den Leserinnen und Lesern, aber auch am Workflow in der Redaktion merkt. Digitalchefin Swantje Dake hat keine Standardlösung. Sie teilt in Wien Erfahrungen und Erlebnisse aus ihren knapp fünf Jahren Change im Stuttgarter Pressehaus.

Norbert Küpper

Zeitungsdesigner
Deutschland


Gedrucktes nicht den Alten überlassen


Newsletter, Podcasts, Webdesign und animierte Infografiken liegen im Trend und man könnte im Corona-Jahr daraus ableiten, dass sich Redaktionen nur noch aufs Web konzentrieren. Das ist aber nicht der Fall. Auch Print wird deutlich weiterentwickelt. Es scheint, als sollte die gedruckte Zeitung nicht einfach der älteren Generation überlassen werden. In Skandinavien und den Benelux-Ländern gleichen Tageszeitungen längst locker gelayouteten Magazinen. Jetzt zieht auch Deutschland nach. Aktuelle Inhalte werden verstärkt in aktuellem Design präsentiert. Dafür bauen deutsche Regionalzeitungen inzwischen sogar eigene Layoutabteilungen auf. Vermehrt werden Art-Directoren eingestellt, die Inhalte in Print und Online optimalen präsentieren sollen. Und es entstehen erstaunliche Resultate. Zeitungen wirken modern, inhaltlich und gestalterisch, gedruckt ebenso wie online. Norbert Küpper informiert in Wien über die sieben Trends des „21. European Newspaper Awards“ und welche Schlüsse er aus den letzten Monaten für 2021 zieht. Küpper hat mehr als 180 Zeitungen neugestaltet. Er arbeitet überwiegend im deutschen Sprachraum, hat aber auch Titel in Polen, Tschechien, der Slowakei und den Vereinigten Arabischen Emiraten gestaltet. Im vorigen Jahr wurde er unter anderem zu Vorträgen an die Züricher Hochschule der Künste (ZHdK) und an die Hochschule Augsburg eingeladen. In diesem Jahr sprach er in Kopenhagen bei einer Veranstaltung von Danske Medier, dem dänischen Verlegerverband.

Gabor Steingart

Gründer
Media Pioneer
Deutschland


Details folgen in Kürze.

Julia Becker

Verlegerin
Funke Mediengruppe
Deutschland


Details folgen in Kürze.

Matúš Kostolný

Chefredakteur
Dennik N
Slowakei


Details folgen in Kürze.

Eivind Ljøstad, Jostein Ravnåsen

Chefredakteur, Journalist
„Fædrelandsvennen“, Norwegen


Details folgen in Kürze.

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